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Das NPD-Verbot als Chance für die Rechte?

Verfasst von organisator am Juni 20, 2008

Gedankenspiel: Hat die deutsche Rechte bessere Chancen, wenn die NPD verboten wird?

Seit Langem und in regelmäßigen Abständen, vornehmlich nach Gewalttaten von meist unpolitischen Mitläufern der rechten Szene, wird vor allem von Seiten der etablierten und linken Parteien ein NPD-Verbot gefordert. Im Jahr 2001 nahm sich dieser Sache sogar das Bundesverfassungsgericht an. Es entschied, dass die NPD nicht verboten werden könne, da nicht sicher sei, welche Äußerungen und Handlungen, die offiziell der NPD zugeschrieben werden (und die einen Verbotsgrund liefern könnten), in Wahrheit von sogenannten V-Männern getätigt wurden – Agenten des Verfassungsschutzes also, die in der Regel allerdings nicht eingeschleust, sondern angeworben worden sind, weswegen die Enttarnung schwierig fällt. Das Urteil deutet auf eine hohe Anzahl von Unterwanderern hin, die womöglich sogar in den höchsten Führungsgremien der Partei sitzen – im Zuge des Verbotsverfahrens wurde beispielsweise bekannt, dass der Vorsitzende des NPD-NRW-Landesverbands ein VS-Mann war. Schließlich gibt es genug Äußerungen von hohen Parteikadern, die auf eine staatsfeindliche Gesinnung hindeuten und Grund genug für einen neuen Anlauf des Verfahrens wären, wäre da nicht die – zumindest offiziell vorgetragene – Unwissenheit darüber, wer denn nun in Diensten des Verfassungsschutzes steht.

Der Grund, warum die Partei dennoch nicht verboten wird, liegt aber tiefer. Schließlich könnte der Staat einfach alle V-Männer abziehen und damit diejenigen kenntlich machen, die verfassungsfeindlichen Aktivitäten nachgehen, ohne quasi vom Gehaltsscheck des Staates dazu getrieben zu werden. Doch das tut er nicht – aus gutem Grund.
Würde die NPD bei einem Neuanlauf des Verfahrens nach Abzug der V-Männer daraufhin verboten werden, könnte man davon ausgehen, dass sich die wirklichen Rechtsextremen und Neonazis in einer oder mehreren neuen Splitterparteien organisieren würden – die sich aufgrund nicht vorhandener fortschrittlicher Strömungen schnell auch dem Wahlvolk als rückwärtsgewandt zu erkennen geben würden, was bei der heutigen NPD sicher nicht der Fall ist, da auch rechtsdemokratische Patrioten mit im Boot sind, die sich um eine moderne Außenwirkung der Partei bemühen – wohingegen die Reformorientierten, die auf progressiven Nationalismus ohne Chauvinismus und Rassismus setzen, sich in einer zukunftsfähigen rechtsdemokratischen Einheitspartei organisieren könnten, welche wiederum mit anderen europäischen Rechtsparteien zusammenarbeiten könnte, wie es zum Beispiel zwischen der österreichischen FPÖ und dem belgischen „Vlaams Belang“ der Fall ist. Dies – samt dem bei einer solchen Europäisierung entstehenden Riss im Klischee einer alten Rechtspartei – wiederum würde eine echte Gefahr für die etablierte Parteienstruktur darstellen, da die dazu passenden Strömungen laut verschiedener Studien seit Jahren in der Gesellschaft vorhanden sind und sich demnach auf die Wahlen – bei antretender rechtsdemokratischer Partei – auswirken könnten. Die Ergebnisse besagter Studien kann man zwar ablehnen, wenn man sich die linken Organisatoren ebendieser anschaut (Ziel ist das Schüren von Ängsten vor „Nazis“ zwecks Aufstockung oder Anzapfung von Fördertöpfen „gegen Rechts“), jedoch ist zu bedenken, dass diese Studien bereits bei Zustimmung zum Satz „Haben wir zu viele Ausländer in Deutschland“ Rechtsextremismus-Alarm auslösen – bei Ansichten also, die vor einigen Jahren sogar von Sozialdemokraten geäußert wurden. Dies wäre ein Anknüpfungspunkt für eine rechtsdemokratische Alternative, die auch auf das Thema Überfremdung setzt, ohne dabei pauschal gegen Ausländer zu hetzen. Daran werden auch die Etablierten gedacht haben – und deshalb ist ein NPD-Verbot für sie keine Alternative, da es zur beschriebenen Herauskristallisierung von Ewiggestrigen und Zukunftsorientierten führen würde, mit der unliebsamen Folge, dass den Grünen und Linken das Gesellschaftsprojekt „MultiKulti“ vor den Augen zusammenbrechen würde, ihnen keine Steuermillionen mehr für den „Kampf gegen Rechts“ zugesteckt würden und ganz allgemein jede Menge Posten und Sitze und somit weitere Einnahmen in allerlei Parlamenten abhanden kämen.
Desweiteren würde den Etablierten die Möglichkeit genommen werden, die öffentlichkeitswirksame Vermischung von Neonazismus und ganz normalem Rechtssein zu betreiben – oder zumindest würde man ihnen die Themen-Gemengelage nicht mehr abnehmen. Tatsächlich gibt es in der NPD genug Kreise, die sich entweder direkt für eine komplette Neubetrachtung aus einem um 180 Grad gedrehten Blickwinkel bzw. für eine Revision der Geschichte einsetzen oder zumindest ein wenig am Schuldkult kratzen. Ersteres ist natürlich genauso verkehrt wie die aktuell vorherrschende Sichtweise. Der zweitgenannte Punkt hingegen ist zwar verständlich, allerdings sitzt die eingetrichterte Allein- und Kollektivschuld viel zu tief, als dass man damit Wahlkampf betreiben könnte – mal ganz abgesehen von der daraufhin folgenden Platzierung in der Schmuddelecke. Was allerdings viel wichtiger ist: Es gibt drängendere Probleme – beispielsweise Islamisierung oder Überfremdung – als die Geschichtsschreibung der Sieger. Was interessiert es den Jugendlichen, der von einer Gruppe Türken zusammengeschlagen wurde, ob die Wehrmacht nun eine Verbrecherarmee war oder ob das der SS vorbehalten war? Was kümmert es die Jugendliche, die tagtäglich von Arabern sexuell belästigt wird, ob die Ostgebiete nun zu Polen gehören oder doch zu Deutschland? Auch stellt sich ihnen – sollten sie sich denn für das Thema interessieren – die Frage, was weiterer „östlicher Lebensraum“ angesichts zurückgehender Geburtenrate und demografischem Wandel bringen soll.
Da aber die NPD nach wie vor auf Themen wie die vorgenannten setzt, vertut sie ihre Chance – und das weiss der Staat. Würde er sie jetzt verbieten, würde er den Weg freimachen für eine rechtsdemokratische Alternative, die eine ernsthafte Gefahr für die Etablierten darstellen könnte.
Dass dieser Prozess real so stattfinden kann, sieht man am Beispiel Nordrhein-Westfalen. Dort ist die NPD strukturschwach und nicht fähig, durch eine eventuelle Wahl für Furore zu sorgen, auch mag die Verwicklung des damaligen NPD-Landeschefs in den V-Mann-Skandal für zusätzlichen Vertrauensverlust gesorgt haben. Dort hat sich langsam die Bürgerinitiative ProKöln herausgebildet, die mit Themen wie Überfremdung, Islamisierung und Parteienfilz erfolgreich ins Stadtparlament einzog und derzeit landesweit ihren Ausbau zu ProNRW vorantreibt. Ihre Vertreter äußern sich konsequent nicht zu verfänglichen historischen Themen und es wird Wert darauf gelegt, dass die Mitglieder vorher nicht neonazistisch tätig waren – und das, obwohl – oder gerade weil – einige Personen aus der Führungsriege früher in der NPD tätig waren. Mit dieser Strategie ist es ihnen zumindest einmal gelungen, dass die Presse über sie nicht mehr als „Neonazis“ berichtet, sondern schlimmstenfalls als „Rechtsextremisten“, die ihre „Gesinnung“ hinter einer „bürgerlichen Fassade“ versteckten. Somit wirken auch allerlei Aktionen – für die in NRW auffällig oft Schulklassen eingesetzt werden – die ProKöln oder ProNRW in die Nähe von Neonazismus rücken wollen, reichlich lächerlich und am Thema vorbeigeschrammt. Hier wird die Möglichkeit eines Erfolgs – bei konsequenter Zurückhaltung zu Themen der Vergangenheit – im „Kampf um die Köpfe“ deutlich aufgezeigt. Wenn die Medien schon von „Rechtspopulisten“ reden und für ihre konstruierten „Nazi“-Skandale den Hitlergruss zeigende Türken benötigen, besteht die Möglichkeit, auf diesem Weg weiterzuschreiten.
Dass die NPD dank V-Männern, der Einbindung offen neonazistischer Kameradschaften und beispielsweise der Wahl Jürgen Riegers – ein Rassenforscher und gewiss kein Realpolitiker – zum stellvertretenden Parteivorsitzenden nicht fähig ist, einen Wandel durchzuziehen, dürfte nicht nur rechten Beobachtern aufgefallen sein, sondern eben auch dem Staat, der mit der perfekt funktionierenden Medienmaschinerie auf ein Mittel zurückgreifen kann, das jede Person medial hinzurichten vermag, die mit der NPD zu tun hat – egal ob Rechtsdemokrat oder echter Neonazi. Warum sollte er also der Rechten die Chance geben, sich neu zu organisieren, den Mief der Vergangenheit abzulegen und somit für Konkurrenz sorgen?
Er hat keine Veranlassung dazu, und möglicherweise ist die Existenz der NPD der größte Stolperstein für die Rechte, denn sie ist nach wie vor die stärkste Partei im nationalen Spektrum. Der Wähler ist gezwungen, sie zu wählen, will er für ein rechtes Ausrufezeichen sorgen und nicht für die langfristige Etablierung dieser Politikrichtung. Über die Parteienfinanzierung sorgt er so dafür, dass die finanziell immer kurz vor dem Kollaps stehende NPD (und mit ihr die V-Männer, die weiter für ein schlechtes Bild in der Öffentlichkeit sorgen) weiter am Leben erhalten wird und kleinen rechten Alternativen der Geldhahn zugedreht bleibt, mit dessen Hilfe sie Strukturen ausbauen könnten. Ein Teufelskreis also – aber vom Staat bewusst nicht aufgelöst.

Eine Antwort zu “Das NPD-Verbot als Chance für die Rechte?”

  1. VoxPopuli sagt:

    Netter Gedanke, organisator.

    Nur leider nicht zuende gedacht! Im Faschismus der BRD, der nichts lieber will, als das deutsche Volk auszumerzen (vgl. etwa Aussagen unseres ehemaligen Außenministers, dem Mischrassisten Fischer), befindet sich der normale Bürger im Westen erstmals wieder in einer Situation, die den Mitteldeutschen bis 1989 vorbehalten war. Wir haben einen Überwachungsapparat, der subtiler nicht sein könnte.
    Die Masse wird in der Spaßgesellschaft gefangen, die vermeinliche Elite, also die bürgerlichen Leistungsträger verlassen zunehmend das Land (Wirtschaftswoche 26/2008). Stattdessen werden immer mehr schlecht gebildete und gewalttätige Ausländer reingelassen (http://www.pi-news.net/2008/06/deutschland-paradies-fuer-leistungsschwache/#more-10149). In 20 Jahren werden wir, auch dank Demographie und zunehmendem Schwund an Leistungsträgern, hier katastrophale Zustände haben. Das Grundgesetz wird also so oder so seinen 100. Geburtstag nicht erleben.

    Bis dahin wehrt sich dieser Unrechtsstaat, der sich um sein eigenes Volk einen Scheißdreck schert, aber mit allem, was ihm zur Verfügung steht.
    Selbst wenn er die NPD verbieten würde, würde er seine bezahlten V-Leute eben in die nächste starke rechte Bewegung schicken. Denn die V-Leute bestehen nicht nur aus Glatzen, der ein oder andere “Rechtsdemokrat” der NPD ist sicher auch dabei. Es gab ja bereits auch Anwerbeversuche in der ansonsten ziemlich anonymen Szene der nationalen Autonomen. Und die kann man bei einer neuen Bewegung auch nicht herausfiltern. Zudem zerstört das die Zusammenarbeit!

    Die Stasi hätte im Übrigen auch so gehandelt. Der VS und das BKA sind kein bisschen besser. Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, hier etwas demokratisch zu ändern. Spanien versucht das im Moment mit seinen Muslimen. Funktioniert das?
    Die PRO-Bewegung ist sicher eine nette Geschichte. Doch wie die Verhältnisse in Leverkusen zeigen, greift dort die Antifa auch schon ein und an. Es wird sich noch zeigen, wie diese Bewegung ohne eigenen Schutz zu größerem Ruhm kommen möchte. Ähnliches gilt für Henry Nitzsche.
    Im Übrigen haben die Führungskader der PRO-Bewegung eine sehr gute Verbindung zur NPD, nicht nur, weil sie dort selbst Mitglied waren (Einsatz als Anwalt u.ä.).

    Denken wir dein Szenario doch mal zuende. Der Staat wird in jede rechte Sache seine V-Leute und verdeckten Ermittler entsenden. Nur mit dem Unterschied, dass du dort, anders als bei der NPD, keine Schutzmöglichkeit hast. Es bleibt ein Akademikerzirkel, der abermals das rechte Lager spaltet.

    Die Medien haben die NPD als einzige r(echte) Alternative hervorgehoben. Warum nicht diesen Vorteil nutzen. Nimm das Beispiel Mecklenburg. Mit Udo Pastörs steht dort ein durchaus akzeptabler Redner zur Verfügung und ein gutes Netz aus Kamderadschaften. Die Menschen wählen dort wie selbstverständlich NPD, unabhängig von der Hetze der Medien, die ihnen ja auch einreden will, dass sie der Arbeit hinterherziehen sollten.
    Die Linke wird es zudem auch nicht zulassen, dass irgendwer ihr Protestpotenzial stiehlt, egal, wie “demokratisch” er ist. Ich habe vor einiger Zeit mal eine Besprühung an einer Hauswand gesehen: “CDU = SS”. Nichts macht das Denken der Linken deutlicher. Alles rechts der SPD machen sie mit der Nazikeule platt. Dann lieber die Keule akzeptieren, die immer schwächer wird, zum Angriff übergehen, als ständig durch Distanzierung in der Defensive.

    Die DDR konnte mit ihren Spitzeln den Umbruch auch nicht stoppen. Dort wo der Verfall stärker wird, wählt insbesondere die Jugend die NPD. Und in dieser Schicht haben wir, wenn auch knapp, noch die Mehrheit.
    Und wenn sich diese Jugend auch in der NPD durchsetzt, wirst du dort keine Judenhasser und Rasseforscher mehr haben, sondern Menschen, die der Überfremdung satt sind. Wenn wir ganz genau hinsehen, bemerken wir, dass es mit der Republik jedes Jahr mehr bergab geht. Selbst der Aufschwung kommt nicht mehr an. Demographie, Überfremdung, Bildungsferne und Ölkrise usw. lassen eine Problemwelle auf diese Republik zurollen, die sie nicht mehr bewältigen kann. Erst recht nicht mit Politikern, die 26 Semester studiert haben (Nils Annen, SPD) und Parteien, die immer mehr Mitglieder verlieren oder gar Vorsitzenden der CDU-nahen Schüler Union namens Younes Quaqasse (Negermischling).

    Wenn die Republik am Boden liegt, werden sich die Deutschen nach einer Zeit sehnen, in der sie stark waren. Einer Zeit, in der wir es noch mit der Welt aufnehmen konnten. Diese Sehnsucht kann keine Stasi, kein Verfassungsschutz oder gar die marode Republik aufhalten.
    Im Strudel der Gewalt wird es einer Partei bedürfen, die sich zur Not auch ohne die Polizeimacht durchsetzen kann. Bisher sehe ich da nur eine Plattform.

    Ob die dann noch NPD heißt, sei dahin gestellt. Mit Arbeitern der Faust wird sie jedoch ebenso zusammenarbeiten müssen wie es die FPÖ schon heute macht…

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