Pro-Köln: Rastete Jörg Uckermann aus?
Angeblich attackierte der Funktionär Publikum und einen Sicherheitsmann – offizielle Stellungnahme bisher nicht vorliegend.
Nach einem Bericht des “Kölner Stadt-Anzeigers” – nicht eben für ausgewogene Berichterstattung bekannt – soll der Pro-Köln-Aktivist bereits am 16. Juni als Abgeordneter in der Ehrenfelder Bezirksversammlung einen Wachmann tätlich angegriffen und Personen aus dem Publikum beleidigt, angespruckt und geschubst haben. Angeblicher Grund:
Obwohl er wegen massiver Störungen in der vorherigen Sitzung auch für die aktuelle Versammlung ausgeschlossen worden war, hatte sich der Pro-Köln-Agitator auf seinen Stuhl als Bezirksvertreter gesetzt. Als er von der Sitzungsleiterin gebeten wurde, diesen Platz zu verlassen, rief er zunächst, er verstehe die Aufforderung „akustisch“ nicht.
Zwei Ordnungsrufe und mehrere Wortgefechte später verliess er offenbar den Saal, nicht ohne das Publikum zu beleidigen und den (laut Bericht freundlich schauenden) Wachmann anzuspucken und sich eine Rangelei mit ihm zu liefern. Da eine Pressemeldung von Pro-Köln bisher aussteht (das leidige Thema “Öffentlichkeitsarbiet der Rechten”, muss auch hier auf das Kölner Blatt zurückgegriffen werden. Dort heisst es dazu:
Uckermann werde „völlig zu Unrecht mit diversen Strafanzeigen überzogen“, entgegnet der Pro-Köln-Vorsitzende Markus Beisicht im Auftrag des Beschuldigten. Sein Parteifreund sei Opfer einer „Diffamierungskampagne durch den politischen Gegner“. „Am Rande“ der Bezirkssitzung sei Uckermann „angepöbelt, beleidigt und in entwürdigender Art und Weise beschimpft worden“, so Beisicht. Beim Rausgehen habe er niemanden angespuckt oder angegriffen, vielmehr sei er „mehrfach gerempelt und von Anhängern des politischen Gegners auch geschubst worden“.
Zwar bestreiten die anderen Abgeordneten, dass sich der Vorfall so abgespielt habe, trotzdem sei hier an den Fall erinnert, bei dem in der Presse die Rede davon war, dass Pro-Köln-Anhänger bei einer öffentlichen Versammlung den Hitlergruss gezeigt hätten und später herauskam, dass dieser von einem Türken gezeigt worden war, um damit auszudrücken, wofür Pro-Köln seiner Meinung nach stehe. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wäre es allerdings an der Zeit, parteiintern einmal ein klärendes Wort mit Uckermann zu reden – schließlich ist dies nicht die erste Anzeige wegen Körperverletzung. Auf Dauer wird solches Verhalten negativ zu Buche schlagen – man nehme nur das Beispiel NPD.
Nachtrag: Inzwischen gibt es eine Stellungnahme von pro Köln. Bitte hier lang.